Werkstoff ABC

Rohstoffe bzw. Begriffe für die Farben- und Pflegemittelherstellung

 

Acetat: Kalk und Metallsalze der Essigsäure.


Acryl, Aryl-Alkydharze: Mit Acrylaten modifizierte Alkydharze.


Alkali: Substanzen die alkalische Reaktionen zeigen. Pottasche – Kaliumcarbonat; Soda – Natriumcarbonat.


Alkohol: Durch alkoholische Gärung wird Stärke aus Agrarrückständen in Alkohol verwandelt. Durch Destillation wird der Alkohol gewonnen. Alkohol, der nicht für den Genuss bestimmt ist, wird in der Regel vergällt. Verschiedene Denaturierungsmöglichkeiten um sie als Genussmittel unbrauchbar zu machen: Aceton, Methanol, 2-Butanol, Pyridin-Basen.


Aromatenfreies Testbenzin: Lösemittel, gereinigtes Benzin, das keinerlei Duftstoffe enthält.

Aromatenfreies Isoparaffin: Lösemittel von verschiedenen Paraffinen, die keinerlei Duftstoffe enthalten. In der Regel erdöl bzw. Erdgasprodukt.


Bienenwachs: Natürliches Wachs, das von Bienen für die Herstellung ihrer Waben produziert wird.


Borax: Natürliches Mineral, wird bergmännisch abgebaut in Nordamerika.


Borsäure:Chemische Reaktion aus Borax mit Schwefelsäure. Kommt auch als schwache natürliche Säure in heißen Quellen vor z. B. Italien, Toskana.


Borsalz: Natriumoktaborat, wird bergmännisch in Nordamerika abgebaut.


Buchenholzmehl: Zerkleinertes, gemahlenes Buchenholz. Verursacht Schäden in den Nasenschleimhäuten (Krebsverdächtigt).


Buchenholzcellulose: Organischer Faserfüllstoff, der heute in der Regel durch Sauerstoff gebleicht wird.


Carnaubawachs: Wachs, das als Überzug die Blätter einer Palmenart schützt. Carnaubawachs ist sehr hart und wasserabweisend. Es wird entweder mechanisch oder durch Kochen der Palmblätter gewonnen.


Chromoxid: Grünes mindergiftiges Mineralpigment. Die Herstellung ist problematisch. Das von Chrom-VI-Verbindungen stark gereinigte Mineralpigment wird von einigen Naturfarbenherstellern eingesetzt, weil grüne Spinellpigmente außerordentlich teuer sind. In Deutschland gibt es keine Herstellung mehr. (Hauptherstellungsländer: Russland, Süd-Afrika).


Circoniumlineat: Metallseife des Circoniums, wird als Trockenstoff bei Ölen und Lacken eingesetzt.


Citrat: Natrium- oder Kaliumsalze der Zitronensäure.


Cummaronharz: Chemisch modifiziertes Harz, findet Verwendung in Ölen zur Verfestigung. Riecht beißend.


d’Limonen: Destillation von Schalen der Zitrusfrüchte, wird als Lösemittel eingesetzt. Kennzeichnungspflichtig als Umweltgefährlich (toter Fisch, toter Baum)


Dammar: Sehr helles Pflanzenharz des Merantibaumes.


Erdpigmente: Gemahlene farbige Erden. Die Erden sind entweder im natürlichen Zustand, oder aber sie werden gebrannt. Durch den Brennvorgang gibt es Farbveränderungen.


Essigsaure Tonerde: Aluminiumacetat (alter Begriff)


Essigsäure: (Ethansäure) Kalk und verschiedene Metalle werden durch die Behandlung mit Essigsäure unter Bildung von Acetaten aufgelöst. (Acetate sind Salze der Essigsäure)


Essigsäureester: Veresterung mit Alkoholen sind gute Lösemittel für Lacke und Harze. Verschiedene Essigsäueester werden in der Parfümindustrie eingesetzt.


Essigsäurevinylester: Essigsäurevinylester, hergestellt aus Ethylen, Essigsäure und Sauerstoff. Bildet Langmoleküle unter Bestrahlung durch Licht. Wird als Bindemittel eingesetzt. Es gibt sehr viele verschiedene E. Für die Farbproduktion sollten solche E. gewählt werden, die möglichst monomerfrei sind und schon lange Moleküle gebildet haben.


Eucalyptusöl: Ätherisches Öl des Eucalyptusbaumes, gewonnen durch Wasserdampf - Destillation der Blätter.


Glimmerpigmente: Natürliche Effektpigmente aus Silikatgestein.


Gips: Calciumsulfat, heute in der Regel aus Rauchentschwefelungsanlagen.


Glycerin: Durch Abspaltung der Fettsäuren von tierischen und pflanzlichen Ölen gewonnen.


Holzöl: Tungöl, Öl aus der Nuß des chinesischen Tungbaumes.


Holzöl-Standöl: Mehrfach verkochtes Holzöl, Bestandteil von Lackbindemitteln, gut trocknend, aber stark zu Vergilbung neigend.


Indigo: Natürlicher Farbstoff der Indigopflanze, heute in der Regel synthetischen Ursprungs.


Isoparaffin: Lösemittel aus verschiedenen Paraffinen.


Kalilauge: Kalilauge ist zur Herstellung von Seifen aus pflanzlichen Fetten erforderlich und wird zum Ablaugen von verseifbaren Lacken eingesetzt.


Kalkspat: Natürliches Calciumcarbonat.


Kasein: Milcheiweiß aus entfetteter Kuhmilch, die angesäuert wird. Dient als Klebemittel und Emulgiermittel in Farben und Klebern.


Kaolin: Porzellanerde (Tonerde-Silikat), wird als Füllstoff eingesetzt.


Kautschuk: Milch aus Kautschukbäumen. Die Bäume werden angeritzt und der Saft aufgefangen. Naturfarbenhersteller verwenden ausschließlich Naturkautschuk; heute wird sehr viel Kautschuk chemisch nachgestellt.


Kieselgur: Mineral, Wird zur Herstellung von Sprengstoff (Dynamid) verwendet. Mineral mit sehr großer Oberfläche.


Kieselsäure: Wird aus Sand gewonnen, dient als Mattierungsmittel in Ölen und Lacken.


Kobaltlineat: Metallseife des Kobalts, wird als Trockenstoff bei Ölen und Lacken verwendet.


Kolophonium: Klebriges Harz der Pinie. Feste Bestandteile, die nach der Destillation als Rückstände verbleiben. Kolophonium wird in der Regel mit Glycerin (Kolophonium-Glycerinester) und anderen Harzen und Ölen verkocht.


Kolophonium-Glycerinester: Verkochung von Kolophonium mit Glycerin.


Kopalharz: Kopalharze sind halbfossile Harze von den Küstenstreifen der Tropengebiete. Sie stammen von der baumartigen Pflanze Ceasalpiniaceen. Weichere und billigere Kopalsorten werden heute noch von Bäumen gesammelt.


Kreide: Natürliches Calsiumcarbonat, als Füllstoff eingesetzt.


Kristallöl: Markenname der Fa. Shell für Isoparaffin.


Lavendelöl: Durch Dampfdestillation gewonnenes ätherisches Öl der Lavendelpflanze.


Lecithin: Aus Soja gewonnenes Phospholipid, hat emulgierende Eigenschaften.


Leinöl: Öl des Leins. Der Samen wird entweder kalt oder warm gepreßt. Einige Naturfarbenhersteller verwenden Leinöl aus heimischem, biologischem Anbau.


Leinölstandöl: Durch Kochen oder langes Lagern des Leinöls wird das Öl dickflüssiger, wird bei Lasuren und Lacken eingesetzt.


Methylcellulose: Holzcellulose, chemisch aufgeschlossen, wird als Verdickungsmittel in Farben eingesetzt, dient als Klebstoff in Tapetenkleistern.


Mineralpigmente: Farbige, mineralische Farbkörper.


Marmormehl: Fein vermahlener, weißer Marmor, wird als Füllstoff eingesetzt.


Naphtha: Erdöl.


Natriumphosphat: Wasserenthärtendes Salz.


Orangenöl: Lösemittel! Destillat aus Schalen von Zitrusfrüchten. Siehe d’Limonen. Ist nicht Kennzeichnungspflichtig. Weil es auch als Parfüm eingesetzt werden kann


Orangenschalenöl: Lösemittel! Kein Öl! Zitrusschalenöl, siehe d’Limonen. Als Parfüm nicht Kennzeichnungspflichtig.


Pottasche: Natürlich vorkommendes mildes Alkali.


ppm: Begriff aus der Analytik: Parts per Million ; ein Millionenstel (1 ppm - ein Preuße in München).


Quarzsand: Kristalline Kieselsäure, kommt in fast allen Sanden dieser Erde vor.


Quellton: Natürliches Schichtsilikat, das ein Quellvermögen hat.


Reichgold: Fein gemahlene Bronze.


Rizinenstandöl: Wasserentzogenes Rizinusöl, wird als Bindemittel in Ölen eingesetzt.


Roggenschrot: Fein geschroteter Roggen.


Rosmarinöl: Durch Destillation hergestelltes Öl der Rosmarinpflanze.


Safflorstandöl: Durch Verkochung hergestelltes dickflüssiges Öl der Safflor-Distel.


Salmiakgeist: Ammoniak in Wasser.


Schellack: Harz der Lackschildlaus aus Indien. Die Harze verbleiben auf den Zweigen und werden durch Hitze gewonnen. Schellack ist in Alkohol löslich.


Schellack Ammoniumseife: Verseifung des Schellacks mit Salmiakgeist, wird als Bindemittel eingesetzt.


Soda: Natriumcarbonat, wird in Pflegemittel eingesetzt.


Spinellpigmente
: In einem Kristallgitter eingeschlossene Metallmoleküle. Diese Kristallgitter sind nur durch hohe Temperaturen zu sprengen. Die eingeschlossenen Metalle stehen chemisch nicht zur Verfügung. Absolut ungiftig.


Talkum: Natürliches Schichtsilikat (Speckstein), wird als Füllstoff eingesetzt.


Tensid: Waschaktinve Substanz, die die Oberflächenspannung herabsetzt.


Titandioxid: Ungiftiges Weißpigment hergestellt aus natürlichen Mineralien. Heute werden Titandioxide ausschließlich in einem geschlossenen Kreislauf hergestellt. Früher wurden die Abfälle verklappt (Dünnsäure, Grünsalze). Chemisch sehr aufwendiges Verfahren.


Traganth: Pflanzenleim der astragalus gummifer aus der Türkei.


Trockenstoffe: Hilfsstoffe, um die Trocknungszeiten von pflanzlichen Ölen zu verkürzen. In der Regel verwendet man Metallseifen von Kobalt und Circonium.


Türkischrotöl: Mit Schwefelsäure behandeltes Rizinusöl.


Ultramarinpigmente: Silikate, die in einem besonderen Verfahren mit Schwefelverbindungen gebrannt werden.


Vinylacetat: Siehe Essigsäurevinylester.


VOC.: Abkürzung für: volatile organic chemicals (carbons) Flüchtige organische Chemicalien (Kohlenstoff in flüchtigen organischen Verbindungen) Der Begriff stammt aus der Trinkwasseraufbereitung. In Dispersionsfarben alles kleiner 700 ppm Zulassung für den Blauen Engel.


Wasserglas: In Wasser gelöste Kalium- und Natriumsilikate, aus Quarzsand hergestellt.


Weißkalkhydrat: Gelöschter Kalk in Pulverform.


Xanthangummi: Stoffwechselprodukt eines Bakteriums, als Verdickungsmittel eingesetzt.


Zeolith: Aluminiumsilikat.


Zitronensäure: Fruchtsäure der Zitrusfrüchte, wird durch Fermentation gewonnen.


Zuckertensid: Waschaktive Substanz, wird aus zuckerhaltigen Rohstoffen hergestellt.